Der Weg in die Abhängigkeit ist fast immer derselbe: Man ist jung, gehemmt, labil und fühlt sich unverstanden und emotional ausgebremst. Man trinkt auf Partys und in Clubs und zu gesellschaftlichen Anlässen, um diesem Gesetz der Verlorenheit entgegenzuwirken. Und wenn man entdeckt hat, dass das hilft, macht man weiter und unterliegt dem großen Irrtum namens Sucht, die zum engsten Freund wird.
So war es bei mir, so begann es bei mir - ich war 23 Jahre alt, leidenschaftlich und in ständiger Partylaune, weil ich kein geeignetes Ventil hatte, um meinen Gefühlen anderweitig freien Lauf zu lassen, ja, sie überhaupt zu verstehen. Als meine Familie von Berlin, meiner Heimat, an der mein Herz hing, nach Bayern verzog, brach eine Welt zusammen, die ich nicht anders ertragen konnte,

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als mich in den trügerisch rettenden Armen des Alkohols zu wiegen. Das war anfänglich natürlich keine Absicht, dennoch entdeckte ich, dass ich diesen Schmerz besser ertragen konnte, nämlich alkoholumwölkt.
12 Jahre später, im Alter von 37 Jahren, wusste ich wie krank und dass ich tatsächlich abhängig war. Es war ein Schock und auch diesen versuchte ich zu "übertrinken". Dann las ich einen Artikel über eine alkoholsüchtige Frau mit einem 2jährigen Kleinkind, die davon berichtete, wie sie eine ambulante Entwöhnungstherapie machte und trocken wurde und zwar in genau der Klinik, die ich nach dem "Verdauen" des gelesenen Artikels selbst aufsuchte. Die Worte dieser Frau haben mich schwer getroffen und zu diesem Schritt bewogen.
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